Warum die Einsparungen sehr schlimm sind und das Schulsystem ohnehin schon verloren ist

57 Millionen sollen also 2014 im Bildungssektor eingespart werden, und damit nicht genug, denn 2015 sollen es dann noch einmal 60 Millionen Euro sein. Bei einem Bildungsbudget von 8 Milliarden Euro sind das in jedem der beiden Jahre etwa 0,75 %. Hört sich garnicht viel an, aber ist in Hinsicht auf unser marodes Bildungssystem eine Katastrophe. Mit diesen Einsparungen, die hier getroffen werden, kommt man genau dahin, wo man eigentlich nicht mehr hinwollte. Im Klartext heißt das: mehr statt weniger Schülerzahlen, weniger Doppelbetreuung in den Klassen der Neuen Mittelschulen, wegfallende Klassenteilungen usw.

Das ist zusammenfassend diese Katastrophe. Mehr Schüler bedeutet weniger Betreuung für den einzelnen Schüler. Ich besuche selbst noch die Schule und ich kann aus Erfahrung sprechen wenn ich sage, dass man viel leichter in einem Klassenverband lernt, in dem weniger Schüler vorhanden sind. Einfach weil die ganze Stimmung und das ganze Arbeitsklima ein viel ruhigeres ist. Hingegen ist es bei einer größeren Gruppe viel mehr ein monotones Vorbeten des Lehrers, in dem nur ein Bruchteil der Anliegen der Schüler behandelt werden kann.

Des Weiteren ist es eine Gemeinheit, dass durch die Einsparungen, das gewünschte System der Neuen Mittelschule einfach wieder „zerstört“ wird. Hochgelobt wurde das neue Merkmal des Bildungssystems, in dem ein zweiter Betreuungslehrer den regulären Lehrer begleitet und ihn somit bei der individuellen Unterstützung der Schüler hilft. Durch die Einsparungen werden diese Helfer stark mininmiert und können nur noch in wenigen Stunden eingesetzt werden. Damit ist man, wie schon vorher angesprochen, genau dort wo man vorher war.

Wenn man mal von den Einsparungen absieht und das Bildungssystem genrell betrachtet, könnte man sich eigentlich denken, dass es vielleicht doch nicht so schlecht ist, Budgetkürzungen vorzunehmen. Das meine ich so, dass das Hinenpumpen in ein völlig falsch laufendes System eigentlich auch nicht sehr sinnvoll ist.

Sehen wir uns doch einmal einer der vielen Schwachpunkte unseres Bildungssystems an:

Zuerst einmal das Schlechtmachen diverser Bildungswege. In den vergangenen Jahren wurden Schülern und deren Eltern ständig eingetrichtert, dass nur der möglichst hohe Bildungsweg mit AHS oder BHS plus Matura wertvoll ist, so habe ich es auf jeden Fall mitbekommen, es war auch bestimmt  in den meisten Fällen so. Dann bemerken die Verantwortlichen aufeinmal, dass am Arbeitsmarkt eine Menge an Fachkräften fehle-wieder zurück zum Start. Es wird eine Menge inverstiert, um den Lehrberuf wieder als gute Alternative anzupreisen. Heutzutage ist es sogar so, dass die Lehrlinge neben der Ausbildung die Matura machen und damit, eben wegen der Praxiserfahrung, ein extrem gutes Standing am Arbeitsmarkt haben.

Das führt mich auch gleich um zweiten Punkt, welchen ich ansprechen möchte. In den AHS und BHS wird vier bzw. fünf Jahre fast nur reine Theorie gelernt (fast wegen Übungsfirmen). Im optimalen Fall absolviert man die erforderlichen Jahre und hat dann einen soliden Ausbildungsgrad. Für alle läuft es aber leider nicht immer optimal. Schüler, welche die langen vier oder fünf Jahre nicht schaffen und beispielsweise nach der 3. Klasse aufhören müssen, stehen mit 17 Jahren ohne Bildungsabschluss da . Meiner Meinung nach gehört hier ein Zwischenabschluss her, in dem die Schüler nach der Hälfte der erforderlichen Jahre ihr Wissen beweisen können und so etwa brauchbares in der Hand haben. Es kann doch nicht sein, dass Schüler, die sich an eine BHS oder AHS wagen und nicht schaffen, gegenüber denen benachteiligt werden, die eine kürzere Ausbildung mit Abschluss machen. Schulabbrecherzahlen in AHS oder BHS sind garnicht so gering, noch dazu stehen sie dann, wie gesagt, ohne Ausbildung und damit ohne wirklich gute Perspektive da. Dieses Problem könnte man mit dieser „Zwischenabschlussprüfung“ sicherlich eliminieren.

Das sind natürlich nur einige von vielen Problemen in unseren Bildungssystem. Über jegliche Meinungen, Diskussionen und Ergänzungen freue ich mich sehr.

 

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Bankenunion, rundherum betrachtet!

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Nun ist sie also da die vielbesprochene Bankenunion. Leute in Österreich kennen ja die Thematik zu gut-Hypo Alpe Adria. Milliarde um Milliarde wurde in den letzten Jahren in die marode Bank gepumpt, Ende für die meisten nicht in Sicht. Immer wieder kamen die Herrn Spindelegger und Faymann mit neuen Hiobsbotschaften. Dem Steuerzahler wurde es allmählich zu dumm, wirklich was dagegen machen konnten sie natürlich nicht. Die Debatte rund um die Pleitebank entwickelte sich zu DEM Thema in der österreichischen Innenpolitik. Egal ob verärgertes Volk oder die Opposition, welche jede Chance ergriff die Regierung an den Pranger zu stellen, jeder griff das Thema auf. Aber nun genug zur Vorgeschichte.

Nun hat das europäische Parlament endlich die langersehnte Bankenunion beschlossen. Marode Banken sollen in Zukunft nicht mehr vom Steuerzahler finanziert werden, sondern von einem Fond, in welchen die Banken selbst einbezahlen. Außerdem  sollen Pleiten, wie es bei der Hypo Alpe-Adria der Fall war, nicht mehr vorkommen. Deswegen liegen nun alle Banken unter der Obacht der Europäischen Zentralbank. Grund dafür ist, dass das EU-Parlament die nationalen Zentralbanken als zu wenig streng beachten. Zusammen mit der europäischen Zentralbank und den nationalen Zentralbanken soll es nun gelingen, Bankenpleiten schon im Keim zu ersticken und so vorzusorgen.

Wie das genau passieren soll, würde wohl hier den Rahmen sprengen, ich habe aber eine passende Grafik geufunden, in der das einfach und kurz zusammengefasst ist.

Alle Rechte des Bildes liegen, wie auf dem Bild sichtbar, bei dem Sachverständigenrat.

Schauen wir uns doch noch etwas den Beschluss und die Auswirkung der Bankunion selbst an. Die Banken sorgen gegenseitig selber für ihre Pleiten und der Steuerzahler ist außen vor. Klingt eigentlich wie ein sehr sinnvoller und fairer Beschluss. Ist er auch, aber nicht ganz.

Bis wann und in welchen Ausmaß dieser „Rettungsfonds“ aufgebaut wird, ist aus meiner Sicht noch unklar. Fakt ist jedoch, dass diese Gelder natürlich an anderen Enden im täglichen Tagesgeschäft fehlen werden. Die Gefahr besteht für mich, dass sich die Banken diese Gelder woanders zurückholen werden (evt. niedriger Sparzinsen, weniger Dienstleistungen etc.). Das würde wiederrum den Kunden zu Schaden kommen. Die Entwicklung dieses Beschlusses wird sicher noch spannend. Meiner Meinung nach ist das genau der richtige Weg, jedoch ist ein allgemeines Urteil aufgrund der Zukunft noch mit Vorsicht zu fällen.

Ist die EU nur eine Wirtschaftsmarionette Russlands?-Eigentlich nicht möglich oder?-Das Verhalten von Russland, der EU und USA in der Ukraine/Kreml-Krise mit wirtschaftlichen Bezug

Wenn es nicht um ein ganzes Land und dessen Souveränität gehen würde, müsste man ja fast schmunzeln. Die große EU und die USA drohen mit wirtschaftlichen Sanktionen und politischer Ausgrenzung, während es der starke Mann Russlands eher besonnen hinimmt. Warum sollte er auch in Panik geraten?  Viele von den Drohungen die aus den Westen kamen, wurden eher alibihalber getroffen und mit keiner Entschlossenheit durchgezogen. Nun gut, Obama hat diverse Freihandelsabkommen mit Russland auf Eis legen lassen und auch einige weitere Sanktionen wurden von den Amis durchgesetzt, aber die Beziehung zur USA ist für Russland auch weniger interessant. Da dürfte Putin schon gespannter zur EU blicken, sind es doch hier die Länder im Zentrum des europäischen Kontinents, die für den Kreml wichtige Partner im Exporthandel darstellen. Da dies auch auf Gegenseitigkeit beruht, halten sich die Verantwortlichen rund um Angela Merkel mit Sanktionen sehr zurück. Die Sperrung einiger Konten russischer Politiker glich eher einer Farce, da ohnehin nur Konten von niedringrangigen Politkern gesperrt wurden und auch sonst gibt es keine wirklich nennenswerten Aktionen der EU. Außer vielleicht  den Rauswurf aus den G-8, aber die Vorgehenweise in diesem Fall ist sehr fraglich. Einfach ein Mitglied aus einer Versammlung zu verstoßen, welches, wie der Name schon sagt, 8 Mitglieder hat und dann einfach den Namen auf G7 ändert und eine 7-Mitglieder Versammlung daraus macht, ist wohl ein sehr seltsame Art einer Sanktion. Ich bin sicher kein Experte in diesem Bereich, aber ich kann mit schwer vorstellen, dass eine solche Vorgehensweise rechtlich wirklich gedeckt ist. Nun gut, ob so oder so, Putin scheint auch von dieser Sanktion eher unbeeindruckt. Entweder hat dieser Mann pures Selbstvertrauen oder er weiß, wie er sich wehren kann. Putin hat nicht eins von beiden, es treffen beide Punkte bei ihm zu. Immerhin hat er noch die „Gaszufuhr-Karte“ im Ärmel und er scheint auch nicht abgeneigt davon zu sein, dieser Karte im Bedarfsfall auf den Tisch zu legen. Er hat schon einige Staatsoberhäupter der EU-Staaten vorgewarnt, könne es zu Lieferengpässen kommen, wenn die Ukraine nicht mehr das Gas zahlen könne und so der Pipelinefluss durch die Ukraine abgedreht werden würde. Der Gaszufluss durch die Ukraine ist auch essentiell für eine Zufuhr des Gases nach Westeuropa. Diese angesprochene „Gaszufuhr-Karte“ scheint das Pik-Aß im Blatt Putins zu sein. Auch wenn er auf die Einnahmen der Gasexporte nach Westeuropa angewiesen ist, so weiß er doch, dass Europa es vor den Menschen nicht verantworten kann, wenn auf einmal kein Gas mehr durch die Rohre fließt, überhaupt, wenn dann wieder die kalten Wintertage vor der Türe stehen. Putin hingegen muss sich nicht wirklich vor jemanden rechtfertigen, er hat sich in Russland einfach eine zu starke Stellung über Jahre hinweg aufgebaut. Genau das ist meiner Meinung mach der Unterschied, warum Europa sich sehr ziert wirkliche Sanktionen durchzuführen und Russland sehr hoch pokern kann.

Man darf gespannt sein, wie sich die Lage in den nächsten Tagen entwickeln wird.

Ihr werdet von mir lesen.

lukas3posm